letzter traum

es zieht ein wenig, hier.

der sonnenwind streicht vorbei, und die vielen atome, aus denen das nichts nicht besteht, kitzeln an meiner nase. ich möchte mich kratzen, aber der helm ist im weg. visier hoch, augenblicklich entweicht eine wolke sauerstoffreiches gas, reines zellgift, toxischer fluff, aber ohne das zeug macht es dauerhaft auch keinen spass. in den letzten momenten geniesse ich die aussicht auf die pittoresk qualmende halbkugel, da, wo sich vorher noch ein planet namens erde befand.

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Es war der erste richtige Frühlingstag. Hinter der Frankfurter Allgemeinen saß Parker, Brioni-Leinenanzug, Einstecktuch, in der Raumstation auf dem Rolf-Benz-Ledersofa, eine kubanische Zigarre im Mundwinkel, Direktimport, und inhalierte Tabakduft mit einer leichten Moschusnote. Die in Leder gebundene Thomas-Mann-Gesamtausgabe (S. Fischer, 2318) lag neben einer Flasche Tullamore Dew. Draußen blühten die elektrischen Kirschblüten. Lässig schob er die Sonnenbrille zurück.

Die Hutmacherin kennt alle Farben des Flusses.

Sie sieht ihn täglich. Ihr Fahrrad ist Zaungast in der Welt der Wasservögel. Der Frühdunst ihr Morgenkaffee. Das fahlgrüne Band ihr Zuhause. Der Nebelbank folgend, im lauen Sand zur Flußmitte, dort ein Tisch. Konferenz mit Stockente und Graureiher, ihren Geschichten lauschend.

Die Fische befassten sich mit ihren eigenen Wissenschaften. Worüber da oben wohl geredet würde; früher, in einem anderen Leben, die meisten wußten nichts mehr davon, hatte sie um diese Zeit gesessen, blauer Dunst, schweigend inhaliert, ein Pott Kaffee. Weiterlesen